Warum wir diese Art von Bildern/Motivation NICHT brauchen

Es ist eine Entwicklung, die mir nicht gefällt. Es ist eine Entwicklung die Szenen, wie die, die ich vergangene Woche erlebt habe, überhaupt möglich machen (dazu später). Es ist eine Entwicklung, die Mamas unter Druck setzten, ob sie wollen, oder nicht. Es ist eine Entwicklung, die brandgefährlich und schadend ist.

Ich frage mich schon die längste Zeit, warum man es (berühmt, oder nicht berühmt) überhaupt nötig hat den eigenen Körper in der Öffentlichkeit so zur Schau zu stellen.

Ich frage mich, warum wir nicht mehr Stolz auf unseren großen, wachsenden Bauch sein dürfen, sondern es plötzlich total „in“ ist, einen kleinen gestählten Schwangerschaftsbauch zu haben. Am Besten mit sichtbaren Muskeln- aller Chontal Duncan (Anmerkung: Fitnessmodel)

Nein! Hier läuft was gehörig falsch. Bilder, wie oben abgebildet verunsichern und ich verstehe die Intention dahinter nicht. Charlotte Würdig, die Frau an Sidos Seite, Moderatorin und „Person des öffentlichen Leben“, präsentiert 10 Wochen nach der Geburt voller Stolz einen Bauch, den geschätzte 80% der Mamas zu diesem Zeitpunkt nicht erreichen werden und auch nicht müssen!!

Eine „Message“, die es so nicht geben sollte…

Für mich ist die „Message“, die Frau Würdig hier vermittelt schlichtweg krank. Soll das jetzt unser Vorbild sein, so wie sie es uns verkaufen will? Klickt man auf ihre Homepage ist dieses Foto das erste Bild, das man sieht.

„Back to you- Mommy Challenge“

Ernsthaft? Zehn Wochen nach der Geburt, wo man sich noch mitten im Spätwochenbett befindet! 70 Tage nach der Geburt, wo der Körper noch schwer damit beschäftigt ist, sich anzupassen? 10 Wochen, wo die Frau eigentlich damit beschäftigt sein sollte, das Baby kennen zu lernen und den Beckenboden zu stabilisieren!? Und Frau Würdig möchte, dass wir uns der „Mommy Challenge“ stellen? Viele Mamas werden ihre Aufforderung folgen, da wir Frauen sind. Frauen sind die geborenen Zweifler.

„Wenn die 10 Wochen nach der Geburt so aussieht, kann ich das auch!“ ist dann die Schlussfolgerung.

Klar, was Charlotte Würdig (und auch andere in der Branche) hier betreibt ist: gefährliches Marketing, das mich als Beckenbodentherapeutin ziemlich sauer aufstoßen lässt.

Das Spätwochenbett geht bis sechs Monate nach der Geburt, wenn nicht sogar länger. Bis dahin sind die Rückbildungsprozesse definitiv noch nicht abgeschlossen. Der Beckenboden ist bei den meisten Frauen zu dem Zeitpunkt also noch nicht so stabilisiert, dass er „große Belastungen“ standhalten kann. Wenn wir jetzt mit Seilspringen, Trampolinspringen, Joggen und Co beginnen, provozieren wir schlichtweg Spätfolgen. Wenn wir Hardcore Kräftigungsübungen durchführen, die zwar im Fitnessstudio auf der Beliebtheitsskala ganz oben sind, aber im Training nach der Geburt nichts zu suchen haben, brauchen wir uns nicht wundern, wenn der Schuss nach hinten losgeht. Leider wollen uns aber viele Promimamas genau das Gegenteil weismachen. Aus “ LIKE Geilheit“, aus „Medienpräsenzpflicht“ oder vielleicht auch einfach nur aus „Unwissenheit“

Es ist ein Irrglaube, dass ein gestählter Körper zwangsläufig einen starken Beckenboden hat. Inkontinenzprobleme, oder Senkungen können sich auch erst Jahre nach den Geburten einstellen- oft resultierend aus einer zu frühen, unfunktionellen Belastung.

Ich möchte aber auf keinen Falls alles schlecht reden:

Sport nach der Schwangerschaft ist gut! Sport nach der Schwangerschaft ist auch zu empfehlen. Es kommt halt darauf an, WAS für einen Sport man macht. Springen, Crunches und Co gehören definitiv nicht dazu. Und noch wichtiger ist der Zeitpunkt, WANN man startet. Die ersten drei Monate sollten ausschließlich dazu genutzt werden zu regenerieren. Die Schwangerschaft und die anschließende Geburt ist ein großes Ereignis, das verarbeitet werden muss und auch darf. Kraftübungen, Bodyforming und Challenges sind hier definitiv „Fehl am Platz“. Beckenbodentraining und Entspannung sollten im Vordergrund stehen. Kennenlernen und Stabilisierung.

Danach darf man mit sanften Sportarten beginnen, die keine, oder nur wenig Druckerhöhung im Bauchraum erzeugen. Inlineskaten, Schwimmen, sanftes/gezieltes Krafttraining.

Ignoriert man diese Empfehlung, sind Frust und Tränen vorprogrammiert. Zehn Wochen nach der Geburt hat man nicht so auszusehen. Nicht einmal sechs Monate nach der Geburt!

Ich möchte nämlich nie wieder von einer Mama in der Rückbildungsgymnastik (sieben Wochen nach der Geburt) hören, was sie denn (außer Abnehmdrinks) noch machen kann, um den „wabbeligen Bauch“ weg zu bekommen!

DANKE

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