Man übt, aber irgendwie gibt es keinen Fortschritt. Der Bauch sieht immer noch so aus, als wäre man schwanger. Der Beckenboden ist schwach, unter Umständen verliert man unkontrolliert Urin, oder sogar Stuhl.

Was kann helfen…

Man googelt sich von Seite zu Seite, probiert ein Youtube- Video nach dem Anderen aus und NICHTS hilft. Es stagniert, oder manchmal werden die Symptome sogar noch schlimmer.

Du erkennst dich? Dann lies dir alles gut durch, denn ich liste hier einige Vorschläge auf, warum das eventuell so ist:

  • Dein querer Bauchmuskel (M. transversus) ist noch so sehr überdehnt, dass er sich nicht aktivieren lässt. Diesen Muskel brauchen wir aber mit der richtigen Spannung (Tonus), damit die geraden Bauchmuskeln „zueinander“ finden. Oder anders gesagt, dass die Verbindungslinie (Linea alba) die richtige Spannung hat und so die parallel laufenden Muskelbäuche stabilisiert. Ist das nicht so, hast du eine Rektusdiastase.
  • Du atmest nicht richtig. Also so, dass sich das Zwerchfell nicht bewegt. In anderen Worten: Zu flach und nur in den Brustkorb. Wir brauchen aber die ganz tiefe Atmung, wo sich der Bauch bei der Einatmung nach vorne, zur Seite und nach hinten bewegt. Dann bewegt sich das Zwerchfell mit und in der Synergie auch der Beckenboden.
  • Du machst die falschen Übungen, die nicht deine Körpermitte stärken sondern alles Andere drumherum und eventuell sogar überfordernd sind und damit etwaige Symptome verschlechtern (Crunches, Planks)
  • Du machst den (falschen) Sport zu früh, oder eventuell machst du auch einfach zu viel Sport. Joggen, Trampolinspringen, Zumba, Gewichteheben, … – all das sind Sportarten, die eine stabile Körpermitte erfordern. Hast du diese nicht, schwächst du deinen Körper immer mehr, wenn du sie aus/ und durchführst.
  • Du gestaltest deinen Alltag unergonomisch und überfordernd. Ich merke das gerade an mir selbst. Wäschekorb aufheben, Waschmaschine/Geschirrspüler einräumen, Baby aufheben, Kinderwagen ins Auto heben, aufstehen aus dem Bett, etwas vom Boden aufheben, Husten/Niesen, Baby/Kleinkind tragen, Einkauf tragen, All das sind Alltagsbewegungen, die man sowas von „falsch“ durchführen kann und damit den Körper wunderbar noch mehr schwächen kann.
  • Du stillst noch. Stillen ist grandios und hat so viele Vorteile, ich genieße jede Sekunde und möchte die Stillbeziehung zu meiner Tochter noch lange nicht beenden. Dennoch sollte man im Hinterkopf behalten: Stillen schwächt den Körper, indem er ihn weich macht. Das Relaxinlevel, das in der Schwangerschaft unabdingbar ist (sonst könnten wir u.a. nicht gebären) bleibt durchs Stillen länger erhalten. Wie es der Name schon sagt, „relaxiert“ Relaxin das Gewebe und man ist anfälliger für Körperkernschwächen wie Inkontinenz, Senkung und Rektusdiaste.
  • Du bist einfach noch frisch nach der Geburt und schlicht zu ungeduldig. Es dauert mindestens 6-7 Monate bis sich der hormonelle Zustand stabilisiert hat. Mindestens, oft dauert es weit über ein Jahr.
  • Du ernährst dich nicht Rückbildungs- fördernd!. D.h.: Du nimmst zu wenig Proteine zu dir und trinkst zu wenig Wasser. Beides ist notwendig, dass neue Kollagenfasern gebildet werden.
  • Du machst zwar Übungen, aber bist zu inkonsequent – führst sie also zu selten durch.

Es gäbe noch viele weiteren Punkte, aber die sprengen den Rahmen. Man kann aber unschwer erkennen, dass man bei der Rückbildung und Therapie nicht nur eine Baustelle beachten sollte, sondern viele. Dann ist die Chance groß, dass man Symptome und Probleme längerfristig behandelt.

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