Rückfindung und Sport – Wann darf ich? Wann darf ich nicht?

„Moniiiii. DU, wann kann ich wieder zum Zumba/Crossfit/Joggen/Gewichtheben/Hardcore-Ich-Pumpe-mir-die Lunge- aus- dem-Körper- Workouts gehen? Wann kann ich mit dem Kuschel- Körperkern- Restaurierungs- Dingsibumbsi aufhören und die „richtigen Übungen“ machen?“

Ja. Das sind DIE Fragen, die eigentlich so ziemlich bei jeder Rückbildungsgymnastik fallen. Tja und ihr bekommt von mir immer die gleiche Antwort zu hören und zwar genau DAS, was ihr nicht hören wollt:

„Man hört NIE mit dem Kuschel- Körperkern- Restaurierungs – Dingsibumbsi auf und vielleicht werdet ihr auch nie wieder zu den Hardcore-ich-pumpe-mir-die Lunge- aus-dem-Körper- Zeug kommen. Vielleicht aber schon? Das hängt ganz schwer davon ab, wie gut ihr dieses Kuschel-Körperkern- Restaurierungs- Dingsibumbsi beherrscht!“

Im Grunde genommen gibt es keine genaue Wochenzahl oder irgendwelche andere Kriterien, wann man denn bereit für „mehr“ ist. (Wobei etwa sechs bis sieben Monate nach der Geburt durchaus realistisch sind, um mal die Semi- Hardcore Dinge auszuprobieren (Joggen, …). Denn dann sind zumindest die Rückbildungsprozesse abgeschlossen).

Meist signalisiert aber der Körper ziemlich genau, wenn man definitiv noch NICHT bereit für eine „Bauchdruck erhöhende Sportart“ ist.

Was sind dann die klaren Signale vom Körper?

  • Wenn man beim Training Urin verliert (NEIN! Nur weil man geboren hat, ist es nicht in Ordnung und selbstverständlich).
  • Wenn man während und nach dem Training Becken- oder Kreuzschmerzen verspürt.
  • Wenn man sich im Kern instabil fühlt, oder wenn man bei einer Übung das Gefühl hat „vorne raus zu fallen“.
  • Wenn der Körper während dem Training wie Espenlaub zittert.
  • Wenn während dem Training Vorwölbungen im Bauch und Beckenboden auftreten.

Sollten irgendwelche der oben genannten Symptome während einer Übungen auftreten, kann es durchaus sein, dass sich etwaige Symptome mit der Zeit immer mehr verschlechtern, anstatt irgendwann zu kurieren.

Für einen selbst bedeutet das aber, dass man in diesem Fall folgende Übungen komplett vom Trainingsplan streichen sollte:

  • Situps
  • Crunches / Schräge Crunches
  • V Übungen jeglicher Art
  • Planken
  • Liegestütz
  • Burpees
  • alle Springsportarten
  • …sowie schweres Heben und Klimmzüge

Diese Übungen sind des Teufels Brüder (und Schwester ;)) . Sie erhöhen den Bauchinnendruck und schwächen einen instabilen Körper noch mehr.

Was muss ich dann machen?

Zu allererst sollte man sich mal im Klaren sein, dass „Kernmuskeltraining“ und „Ganzkörpertraining“ nicht zwei unterschiedliche Sachen sind. Wenn man beim Kernmuskeltraining wunderbar aufs Atmen und aufs korrekte Ausrichten des Körpers achtet, beim Crossfit/ Joggen/ Gewichtheben aber vergisst zu atmen und eine komplett schlechte Haltung einnimmt… ja, dann macht man einen kleinen Schritt nach vorne und gleich wieder zwei riesige Schritte nach hinten.

Das heißt also: Diese unliebsame, langweilige, achtsame Bewegung ist nicht was man ANSTATT dem Training macht. Es gehört ZUM Training dazu.

Zweitens: Muskeln, die nicht optimal funktionieren (weil sie überdehnt o.ä sind), kann man nicht kräftigen. Stattdessen werden dann nämlich andere Teile deines Körpers – Bauch, Beckenboden – die Belastung übernehmen.

Oder eben nicht… denn diese können oft den intrabdominalen Druck nicht standhalten. Die Folgen sind: Rektusdiastasen, Nabelbrüche, Senkungen, Inkontinenzen.

Das sind die alarmierende Anzeichen von einem nicht funktionierenden Kern. ES SIND KEINE ANZEICHEN, DASS MAN LÄNGER JOGGEN MUSS, LÄNGER PLANKEN MUSS etc. DAS FÜHRT NÄMLICH NUR ZUM GEGENTEIL!

  1. Die Antwort auf die Anfangsfrage „Wann ist man bereit für Hardcore Sportarten?“ ist also:

WENN DER KÖRPERKERN UND DER BECKENBODEN NICHT EIN DER OBEN ERWÄHNTEN WARNZEICHEN AUFWEIST.

Sobald du geheilt bist, sobald das Zusammenspiel funktioniert und der Körperkern wieder hergestellt ist, gehe behutsam mit der Auswahl der Sportart vor und arbeite weiterhin IMMER während dem Training mit deinem Körperkern – egal was für eine Sportart du machst.

ACHTUNG: Wenn du einen operierten Nabelbruch hast, eine Senkung vorweist etc., dann wäre es eine gute Idee solche Sportarten nie wieder auszuführen. Ich weiß; das ist extrem schwer zu akzeptieren und viele Frauen machen trotz Schmerzen, Lecks und Instabilitäten weiter. Niemand hört es gerne, wenn man „was nie wieder machen darf“. Doch manchmal müssen wir akzeptieren, dass wir MIT unserem Körper arbeiten und nicht GEGEN unseren Körper. Du wirst die Situps und Burpees dieser Welt wirklich nicht vermissen und schon gar nicht werden der Rücken und der Bauch sie vermissen.

Vergiss nicht: Es ist DEIN Körper der unmissverständlich schreit, dass das was du machst, deinem Köper nicht gut tut. Stabilisiere dich erst von innen, bevor du (vermeintlich) die Hülle stärkst. Es sei denn du willst, bevor du 50 Jahre erreicht hast, mit Windeln herum laufen. Das Augenmerk, das Ziel eines jeden Trainings sollte sein, einen Körper der funktioniert herzustellen, anstatt einen Körper noch mehr zu schwächen.

Meine RÜCKFINDUNGSFIBEL ist darauf ausgerichtet, den geschwächten Körper so zu stabilisieren, dass wieder alle Systeme miteinander arbeiten. Man durchläuft schrittweise Phasen der Wiederherstellung.  Anhand von vielen Videos, die über einen QR Code aufrufbar sind und einem vier Wochen Programm wirst du deinen Körper neu kennen lernen, ihn von innen stärken und ein neues Selbstbewusstsein erfahren.

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